Der Messiasbegriff im Barnabasevangelium

von Daniel Erhorn © 2015–16

Der eigenwillige Messiasbegriff des Barnabasevangeliums ist ein bis heute von der Forschung ungelöstes Problem. Denn er ist allen drei abrahamitischen Religionen fremd und eher eine Art Mischform aus allen dreien. Jesu Leugnung seiner Messianität widerspricht deutlich der muslimischen Lehre – wird doch Jesus im Koran deutlich als "der Messias"  (al-Masīḥ) bezeichnet – etwa Sure 3,45:

Sure 3,45

 

Als die Engel sagten: „O Maryam, Allah verkündet dir ein Wort von Ihm, dessen Name al-Masīḥ ʿĪsā, der Sohn Maryams ist, angesehen im Diesseits und Jenseits und einer der (Allah) Nahegestellten.

 

 

Am ehesten verträgt sich die Ablehnung des Messiastitels durch Jesus mit der jüdischen Erwartung eines noch nicht erschienenen Messias. Dass Jesus diesen jedoch angekündigt hat, wurde nach dem Stand des heutigen Wissens auch im Judentum nie vertreten. Dieses Problem scheint unlösbar. Wie können wir den "Sitz im Leben" dieses merkwürdigen Messiasbegriffs bestimmen?

 

Das Barnabasevangelium ist nach seinem Selbstverständnis keine christliche Schrift, obwohl es umfangreiches kanonisches Material enthält. Denn Jesus ist nicht der "Christus" (die griechische Form des hebräischen Namens "Messias"). Demnach kann auch der Verfasser des Barnabasevangeliums kein Christ sein. Um Jesus die Messiaswürde abzusprechen, geht der Autor des Barnabasevangeliums so weit, dass er die Perikope Joh 1,19–23 (EvBarn 42), welche ursprünglich einen Dialog zwischen Johannes dem Täufer und der Jerusalemer Priesterschaft wiedergibt, auf Jesus umschreibt, so dass nun dieser statt jenem bekundet: „Ich bin nicht der Messias“. Dies ist die Schlüsselperikope des Barnabasevangeliums, und sie legt es nahe, dass der Urheber des Messiasbegriffs auch für die Eliminierung des Täufers verantwortlich ist, da sich an dieser Stelle beide Phänomene überschneiden und einen inneren Kausalzusammenhang bilden. Durch die Manipulation der Perikope leugnet nun Jesus seine Messianität und reserviert einem später kommenden Propheten diesen Titel. Lonsdale und Laura Ragg weisen in der Einleitung zu ihrer ersten Ausgabe des Barnabaseavngeliums von 1907 auf diese Verknüpfung hin:

 

Entweder, der Autor unserer Schrift hatte ein „Evangelium“ griffbereit, das, obwohl es sich sonst frei bei Lukas bediente, aus irgendeinem Grund den Vorläufer eliminierte – und, als er dies sah, sich herausnahm, den Platz und die Worte des Vorläufers Jesus zuzuschreiben. Oder er hat für sich festgelegt, Muammad mit dem Messias zu identifizieren (der für ihn ausschließlich aus dem Samen Ismaels kommen kann), musste dafür aber Jesus auf den Platz des Vorläufers verweisen und den Täufer eliminieren – doch egal wie wir es wenden: beide Phänomene scheinen miteinander in Beziehung zu stehen.1

 

Dass die Eliminierung des Täufers absichtlich geschah, wird durch ein weiteres Beispiel deutlich, in dem der Name des Johannes durch den des Propheten Jeremiah ersetzt wurde:

 

Und er befragte seine Jünger und sagte: Was sagen die Menschen von mir? Sie sagten: Einige sagen, du seist Elias, andere Jeremia und wiederum andere, du seist einer der alten Propheten.

 

Der kanonische Evangelientext lautet dagegen (vgl. Mk 8,27f. parr.):

 

Und Jesus ging fort mit seinen Jüngern in die Dörfer von Cäsarea Philippi. Und auf dem Wege fragte er seine Jünger und sprach zu ihnen: Wer sagen die Menschen, dass ich sei? Sie aber antworteten ihm und sagten: Johannes der Täufer; und andere: Elias; andere aber: einer der Propheten.

 

Eine feindliche Haltung gegenüber Johannes dem Täufer ist außerhalb des Barnabasevangeliums nur in frühchristlicher Zeit bezeugt. In der jüngsten wissenschaftichen Untersuchung über das Barnabasevangelium heißt es hierzu:

 

Nur im 1. Jhd. n. Chr. gab es eine Konkurrenz zwischen Christen und einer Johannessekte, die Johannes an der Stelle Jesu für den „wahren Propheten“ hielt. In späteren Jahrhunderten, als die Johannes-Sekte kaum noch eine Rolle spielte, gibt es für die Unterschlagung von Jesu Vorläufer kein Motiv mehr. 4

 

Was für ein Motiv sollte ein muslimischer mittelalterlicher Autor auch gehabt haben, Johannes zu beseitigen? Damit der Platz des angekündigten Messias in Joh 1,19–28 (EvBarn 42) frei für einen anderen Messias würde? Johannes ist im Koran unter dem Namen Yaḥya ein angesehener Prophet. Gerade die Geburtsgeschiche des Yaḥya, welche im Barnabasevangelium ausgelassen wurde, findet sich ja in der 19. Sure (Maryam) beschrieben. Kein Muslim hätte ein ihm vorliegendes Evangelium auf diese Weise manipuliert. Jesu Ankündigung eines Propheten nach ihm hätte viel leichter auf andere Weise bewerkstelligt werden können. Warum findet z.B. die schon früh bezeugte muslimische Tradition von Jesu Ankündigung Mohammeds als Paraklet im EvBarn keine direkte Erwähnung? Die bewusste Tilgung des Täufers findet ihren "Sitz im Leben" daher nur in den ersten zwei oder drei Jahrhunderten n. Chr. Damals entwickelten sich Spannungen zwischen den Anhängern Jesu und den Johannesjüngern. Die Anfänge dieses Konfliktes sind sogar schon im Neuen Testament spürbar: zunächst durch die Zuweisung einer untergeordneten eschatologischen Rolle an Johannes als messianischer Prophet Elia redivivus, dann spürbarer im Johannesevangelium durch die Aberkennung einer eschatologischen Rolle. In den Pseudoklementinen, die zwischen dem 2. und 4. Jhd. entstanden, wird Johannes schließlich als prophetischer Gegenspieler Jesu dargestellt.5 Die Extremform dieser Entwicklung ist sicherlich in der Darstellung der in Nag Hammadi gefundenen gnostischen Paraphrase des Shem zu finden, in der es von Johannes heißt:

Denn zu jener Zeit wird der Dämon an dem Fluss erscheinen, um mit einer unvollkommenen Taufe zu taufen, und die Welt mit der Fessel des Wassers zu knechten.6

 

Andererseits finden wir bei den Anhängern des Johannes eine ähnlich gesteigerte Polemik gegenüber Jesus bei der Täufersekte der Mandäer bezeugt. In ihrer bedeutendsten heiligen Schrift, dem Sidra Rabba (Buch 2, 1) heißt es:

 

Wenn Johannes in jenem Zeitalter Jerusalems lebt, den Jordan nimmt und die Taufe vollzieht, kommt Jesus Christus, geht in Demut einher, empfängt die Taufe des Johannes und wird durch die Weisheit des Johannes weise. Dann aber verdreht er die Rede des Johannes, verändert die Taufe im Jordan und predigt Frevel und Trug in der Welt. Christus wird die Völker spalten, die zwölf Verführer ziehen in der Welt umher. In jenem Zeitalter bewährt euch, ihr Wahrhaftigen.

 

Die vollständige Eliminierung des Täufers, wie sie das Barnabasevangelium bezeugt, würde sich gut in diese Auseinandersetzung zwischen Christen und Täufersekten einfügen.

 

Der zweite Lösungsvorschlag, den die Raggs für den Täufer-Messias-Komplex anbieten, ist die eigenwillige Überzeugung des Autors von einem ismaelitischen Messias, der Jesus auf die Position des Vorläufers verdrängt, und Johannes daher notgedrungen ganz unter den Tisch fallen lassen muss. Doch auch hier bleibt die Frage nach dem Motiv offen. Was könnte den Autor des Barnabasevangeliums dazu bewogen haben, christliche und muslimische Glaubensvorstellungen zu vermischen und von einem ismaelitischen Messias zu sprechen? Derartiges ist uns aus der muslimischen – geschweige denn aus der christlichen – Geschichte nicht bekannt. Jesus wird im Koran eindeutig als Messias bezeichnet.7 Auch wissen wir von keiner christlichen Sekte, die Jesus den Messiastitel aberkannte. Es gab Differenzen über seine Natur, ob sie gottgleich oder gottähnlich, ob er noch Geschöpf oder gar selbst Gott, nie aber darüber, ob er der Gesalbte Israels sei oder nicht. Dieser jüdische Königstitel hat außerhalb des Judentums seine ursprüngliche Bedeutung eingebüßt und wurde im heidnischen Christentum geradezu zum Synonym für den Titel des „Gottessohnes“.8 Andererseits wird der Begriff „Messias“ (Gesalbter) in jüdischen Textzeugnissen zur Zeit Jesu und im Alten Testament in unterschiedlichsten Konnotationen verwendet. Die Hohepriester (und später Priester generell) sowie die Könige Israels wurden gesalbt und waren somit „Gesalbte“.9 Sogar den persischen König Kyros nennt Deuterojesaja einen „Gesalbten“, da er als Werkzeug Gottes den Jerusalemer Tempel wieder aufbaute.10 In den Schriftrollen aus Qumran werden neben dem „Propheten wie Mose“ zwei zukünftige Gesalbte, „die Gesalbten Israels und Aarons“11 angekündigt. Im vierten Testimonium der Testimonia aus Qumran gedellt sich zu diesen dreien noch ein kriegerischer Messias aus dem Stamm Ephraim – eine Tradition, die sich in Form der „vier Werkleute“ aus Sach 1,20 in der rabbinischen Auslegung bis ins Mittelalter weiterverfolgen lässt.12 Überhaupt werden die jüdischen Propheten allgemein in den Schriftrollen vom Toten Meer als „Gesalbte“ bezeichnet.13 Der Messiasbegriff war also im Judentum zur Zeit Jesu keineswegs von der homogenen Natur, zu der er unter dem Einfluss des Christentums wurde, indem er unabänderlich mit Jesus verknüpft wurde. Letzte Reste seiner vormaligen Heterogenität finden wir im vierten Jhd. bei Ephraem dem Syrer bezeugt, der Johannes den Täufer neben Jesus in seinem Diatessaronkommentar einen „Gesalbten“ nennt:

 

Was auch immer sie ihn auf welche Weise auch immer fragten – er (sc. Johannes) sagte: ,Ich bin nicht der Gesalbte, nicht Elija und kein Prophet, sondern die Stimme‘ (Joh 1,20–23), damit er sich nicht selbst Johannes oder einen Menschen oder einen Propheten nenne, obwohl er einer war und ein neuer Elija und Gesalbter.14

 

Wir sehen einerseits, dass sowohl das Fehlen Johannes des Täufers als auch der ungewöhnliche Messiasbegriff ihren "Sitz im Leben" nur in den ersten drei bis vier Jahrhunderten unserer Zeitrechnung haben können, wo einerseits eine mehr oder weniger stark ausgeprägte Ablehnung Johannes des Täufers vonseiten christlicher Sekten existierte, und andererseits der Messiasbegriff noch nicht die Homogenität erlangt hatte, welche ihm die römische Mutterkirche verlieh.

 

Ragg, Londsdale/Laura: The Gospel of Barnabas, S. XXX (Introduction). Übers. v. Verf.

4 vgl. Raimundus Lullus (Pseud.): Vermächtnis der Nazaräer. Eine textanalytische und historische Würdigung des Barnabasevangeliums. In: Das Barnabasevangelium. Lympia/Nikosia: Spohr Verlag 32014, 24.

 

5 August Ströbel, Untersuchungen zum eschatologischen Verzögerungsproblem auf Grund der spätjüdischen urchristlichen Geschichte von Habakuk 2, 2 ff. Leiden: E. J. Brill 1961, S. 268 (Fußnote 4): „Man muss sehen, dass die Polemik in diesem Schrifttum (den Clementinen – Anm. d. Verf.) noch stärkere Formen angenommen hat als bei Joh. Eine in der Erfassung der Spannungen geradlinige Entwicklung!“

 

6 Vgl. Marvin Meyer (Hrsg.): The Nag Hammadi Scriptures: The Revised and Updated Translation of Sacred Gnostic Texts Complete in One Volume, 437–472.

 

7 Vgl. Sure 4,171.

 

9 Das NT belegt die Austauschbarkeit der Begriffe „Christus“ und „Sohn Gottes“ an vielen Stellen, an denen beide Begriffe nebeneinander gestellt werden (vgl. Mt 16,16; 26,63; Mk 1,1; 14,61; Lk 4,41; Joh 11,27; 20,31; 2 Kor 1,19).

 

10 Vgl. Ri 9,8; 1.Sam 16,13; Ex 29; Lev 4,3; Ps 2; Ps 72; 1.Sam 24,7; 26,9

 

11 Vgl. Jes 45,1

12 Vgl. 1QS IX 11; Die Damaskusschrift fasst die beiden Gesalbten in einen zusammen und spricht von dem „Gesalbten (Sing.) Israels und Aarons (vgl. CD XII 23f.; XIV 19; XIX 10f.; XX 1 (für eine ausführliche Behandlung des Themas vgl. Stefan Schreiber, Gesalbter und König. Titel und Konzeptionen der königlichen Gesalbtenerwartung in frühjüdischen und urchristlichen Schriften. Berlin, de Gruyter 2000, 200.

13 Vgl. 4 Q test 21–30; David C. Mitchell: Rabbi Dosa and the Rabbis differ: Messiah ben Joseph in the Babylonian Talmud. In: Alan J. Avery-Peck (Hrsg.): The Review of Rabbinic Judaism: Ancient, Medieval, and Modern. Volume 8. Leiden: Brill 2005, 77–90.

14 Vgl. Ephraem: Kommentar zum Diatessaron I, 193.

Anton Baumstark (1872–1948)
Anton Baumstark (1872–1948)

Die in mittelniederländischer Sprache verfasste Utrechter Evangelienharmonie, eine Handschrift des 15. Jahrhunderts (Nr. 1009 in P. A. Tieles Katalog der Utrechter Universitätsbibliothek), ist während des zweiten Weltkrieges unter mysteriösen Umständen verschwunden. Die nun folgenden Umstände des Verschwindens dieser kostbaren Handschrift sind von William L. Petersen recherchiert worden (vgl. W. L. Petersen: Tatian’s Diatessaron, 238–246.

Der deutsche Orientalist und Philologe Anton Baumstark, ein unereichter Kenner der syrisch-christlichen Literatur und Tatians Diatessaron, lieh sich am 14. Oktober 1941 das bis dato nahezu unerforschte Manuskript "Utrecht 1009" von der Utrechter Universitätsbibliothek aus. Die Leihgabe wurde für drei Monate gewährt, so dass Baumstark dreimal um Verlängerung derselben bat. Zum 15. August 1942 wurde keine weitere Verlängerung mehr beantragt, aber auch seitens der Bibliothek sind keinerlei Ersuche um Rückgabe der Handschrift dokumentiert. Die Vermutung W. L. Petersens, dass dies der pro-deutschen Gesinnung des damaligen Bibliothekars der Utrechter Bibliothek, Dr. Abram Hulshoff,  zu verdanken sei, wäre eine plausible Erklärung hierfür. Erst nach Kriegsende wurde das Fehlen des Manuskripts von der Biblothek festgestellt und eine Untersuchung eingeleitet. Baumstark selbst erzählte eine andere Version der Geschichte. Im Zuge der amerikanischen Befreiung Deutschlands geriet die Bonner Universitätsbibliothek in Brand und der Tresor mit der Utrechter Harmonie wurde in das Notdepot der Bibilothek gebracht. Nach der plötzlichen Beschlagnahmung des Hauses durch amerikanische Truppen sei der Tresor dann abhanden gekommen. Doch warum hat der Bonner Professor die Leihfristen anfangs dreimal um jeweils ein Vierteljahr korrekt verlängert, um dann auf einmal seine Ersuche abzubrechen und das Manuskript für ganze drei Jahre ohne jegliche Rückmeldung zu behalten? Hätte er von vornherein die Absicht gehabt, die Handschrift zu behalten: warum verlängerte er dann zuerst die Leihgabe? Diese Fragen sind nach dem Verschwinden des Manuskripts nur noch schwerlich zu beantworten. Baumstark starb am 31. Mai 1948 und nahm das Wissen um die wahren Begebenheiten mit in sein Grab.

 

Die Utrechter versuchten immer wieder bis 1954 Informationen aus Bonn zum Verbleib der Schrift zu bekommen – ohne Ergebnis.

 

Cebus Cornelis de Bruin (1905–1988)
Cebus Cornelis de Bruin (1905–1988)

 

Die einzige wissenschaftliche Untersuchung, welche sich mit der Utrechter Harmonie zumindest auf acht Seiten beschäftigt hat, ist Cebus Cornelis de Bruins Dissertation über die mittelniederländischen Versionen des Neuen Testaments (C. C. de Bruin, Middelnederlandse Vertalingen van het Nieuwe Testament (Groningen, 1937). Hierbei machte de Bruin einige Bemerkungen zur Struktur des Evangelientextes, die für die Erforschung des Barnabasevangeliums von entschiedenem Wert sein dürften.

 

Neben dem Fehlen der Stammbäume Jesu (Lk 3,23–38; Mt 1,1–17)  beginnt die Utrechter Harmonie wie das Barnabasevangelium mit Lk 1,26. Die Ankündigung der Geburt Johannes des Täufers (Lk 1,1–25) wird in beiden Texten ausgelassen. Diese Überreinstimmung ist einmalig, da alle anderen Evangelienharmonien entweder mit Joh 1,1 oder Lk 1,1 eröffnen. Ebendfalls lassen beide Schriften die Geburt des Johannes (Lk 1,57–66) und der Lobpreis des Zacharias (Lk 1,67–80) aus. Sie ist zudem sehr eigenartig für einen mittelalterlichen Evangelientext. Aus welchem Grund sollte der Verfasser der Utrechtharmonie

 



 

(3) Die Ankündigung und die Geburt Johannes des Täufers (Lk 1,1–25) fehlen

 

Wohingegen (2) eine Erscheinung darstellt, welche in mehreren Harmonien vorkommt (auch Tatians Diatessaron selbst soll nach Theodoret von Kyrrhos die Genealogien ausgespart haben), sind (1) und (3) Besonderheiten, die nur die Utrechter Harmonie bietet.

 



 

Nur die Utrechter Harmonie? Nein – Ein vor wenigen Jahren als diatessaronischer Zeuge erwiesenes Manuskript stimmt in allen drei Punkten mit der Utrechter Harmonie überein:

 



 

DAS BARNABAS-EVANGELIUM.

 

 

 

Eine Untersuchung Hendrik van Drutens aus dem Jahre 1896 (Geschiedenis der Nederlandsche Bijbelvertaling, Leiden 1896) hat uns die Anfangssequenz der Utrechter Harmonie (U) erhalten. Der Vergleich mit dem Barnabasevangelium (BE) ergibt folgendes Schema (die grün hinterlegten Abschnitte bezeichnen die außergewöhnlichen Übereinstimmungen zwischen U und BE):