Das Barnabasevangelium

und die westliche Diatessarontradition

am Beispiel von Joh 4,4–42

von

Cláudio Vianney Malzoni

[Revue Biblique 130 (2006/4), 585–600]1

 

(aus dem Französischen übersetzt von Daniel Erhorn, (C) 2015)

 

 

 

Zusammenfassung

 

Kann das Barnabasevangelium als ein diatessaronischer Zeuge gelten? Der folgende Artikel beantwortet diese Frage mit ,ja‘, zumindest für die Perikope vom Besuch Jesu in Samaria (Joh 4, 4–42). Diese Schlussfolgerung ergibt sich aus dem Vergleich zwischen der Version des Barnabasevangeliums mit denjenigen der bisher bekannten diatessaronischen Zeugen. Hierbei nimmt das Barnabasevangelium einen Platz unter den westlichen – genauer gesagt: den altitalienischen – Zeugen ein.

 

Als ich meine Doktorarbeit über die altsyrischen Versionen von Joh 4, 4–42 (an der École biblique de Jérusalem) gerade abgeschlossen hatte, brachte mich Jan Joosten, der ein Mitglied des Komitees war, auf das Barnabasevangelium (BE). Die Anzahl der Übereinstimmungen zwischen diesem Dokument und den diatessaronischen Zeugen faszinierten mich sofort, aber es war zu diesem Zeitpunkt zu spät, diese neue Entdeckung in meine Arbeit zu integrieren. Jetzt, nach der Veröffentlichung meiner Dissertation,2 ist die Zeit reif, die Ergebnisse meines Vergleichs zwischen dem BE und der diatessaronischen Tradition in Bezug auf Joh 4, 4–42 in systematischer Weise zu präsentieren.

 

Das Barnabasevangelium ist ein muslimisches ,Evangelium‘, über das immer noch viele Ungereimtheiten existieren. Der Text ist uns in einer italienischen und einer spanischen Version überliefert. Er wurde erstmals 1907 von Lonsdale und Laura Ragg auf der Grundlage des italienischen Manuskripts herausgegeben und für gewöhnlich in die zweite Hälfte des 16. Jahrhunderts datiert. Es befindet sich heute in der Wiener Staatsbibliothek (Cod. 2662 Eug.). Die spanische Version war lange Zeit verschollen und tauchte erst 1976 in einem unvollständigen Manuskript aus dem 18. Jahrhundert wieder auf. Es befindet sich in der Universität Sydney (Ms. Nich. 41) und wurde 1998 von Luis F. Barnabé Pons veröffentlicht.

 

Der Zeitpunkt der Abfassung des BE ist bisher eine offene Frage. Ist es, wie seine Manuskripte, eine Schrift des 16. Jahrhunderts (oder etwas früher), oder repräsentiert es eine ältere Tradition? Den Herausgebern des italienischen Manuskripts zufolge spiegelt dieses Evangelium den Charakter des mittelalterlichen Italien wider und könnte aus der zweiten Hälfte des 14. Jahrhunderts stammen.3 Nach dem Herausgeber der spanischen Version hingegen deutet das Evangelium auf eine synkretistisch christlich-muslimische Umgebung in Spanien um 1600 hin.4

 

Wie diese beiden Versionen zueinander in Beziehung stehen, ist eine andere kontroverse Frage. Im Vorwort des spanischen Manuskripts wird erwähnt, dass es auf ein italienisches Original zurückgeht. Was das italienische Manuskript betrifft, wurde die Vermutung aufgestellt, dass es die Übersetzung eines arabischen Originals sei, ohne dies jedoch trotz der unbestreitbaren arabischen Glossen beweisen zu können.5

 

Es bleibt immer noch fraglich, ob nicht das BE im Kern ältere Abschnitte aus einer früheren Periode enthält, oder ob es eine gewisse Verbindung zwischen ihm und einem gnostischen Barnabasevangelium gibt, von dem wir gewisse, aus dem Altertum überlieferte Informationen besitzen.6

 

Auch muss man sich fragen, welchen Bibeltext der Autor des BE benutzte. Nach L. und L. Ragg ist die Hauptquelle für Bibelzitate die Vulgata.7 Die Unterschiede zwischen dieser und dem Text seien der Fantasie, der literarischen Freiheit oder der Theologie des Autors zuzuschreiben. Nach L. Cirillo ist dieser Einfluss der Vulgata auf eine zweite Bearbeitungsstufe des Evangeliums zurückzuführen, die ihren Ursprung im Westen hat. Ihm zufolge ist der Ursprung des Evangeliums im Orient nach dem Erscheinen des Islams zu suchen. Cirillo identifizierte eine ,Grundschrift‘, die hinter dem uns bekannten Text liegt. Ihm zufolge habe diese eine Verbindung zur diatessaronischen Tradition. Vor Cirillo wurde die Hypothese einer Diatessaronabhängigkeit des BE schon von J. Slomp aufgestellt.8

 

J. Joosten nimmt an, dass der Autor des BE eine Evangelienharmonie benutzte, die in Verbindung mit dem tatianischen Diatessaron steht. Er hat versucht, diese Abhängigkeit durch den Vergleich der Perikope vom Blindgeborenen (Joh 9, 1–34) im BE und in gewissen diatessaronischen Zeugen nachzuweisen.9 Die Evangelienharmonie, welche der Autor des BE benutzt habe, gehöre, wie auch die venezianische und toskanische Harmonie, dem westlichen Zweig der diatessaronischen Zeugen an.10

 

Die Ergebnisse von Joostens Untersuchung führten zur Entdeckung eines neuen diatessaronischen Zeugen, des Barnabasevangeliums. Dieses Evangelium ist zunächst ein Zeuge der altitalienischen Evangelienharmonien und somit der westlichen Diatessarontradition, aber auch, im Falle von übereinstimmenden Lesarten mit der östlichen Tradition, ein Zeuge für die auf Tatian zurückgehende Tradition.11 Ich möchte – dankbar für Joostens damalige Bekanntmachung mit dem BE – den von ihm mir eröffneten Weg weitergehen. Hierbei schlage ich eine vergleichende Analyse zwischen den verschiedenen Textversionen der Perikope Joh 4, 4–42 vor. Dabei beabsichtige ich lediglich, die eventuellen textlichen Ähnlichkeiten zu erfassen, die es erlauben würden – zumindest für diese Perikope –, das Barnabasevangelium in die Reihe derjenigen Evangelienharmonien einzureihen, welche auf das tatianische Diatessaron zurückgehen.12

 

 

 

Die Perikope vom Besuch Jesu in Samaria (vgl. Joh 4, 4–42) im Barnabasevangelium und in den diatessaronischen Zeugen

 

 

 

1. Vergleich des Textes des Barnabasevangeliums mit den diatessaronischen Zeugen

 

Wir benutzen zwei Ausgaben des Barnabasevangeliums (BE): erstens die Ausgabe der italienischen Handschrift (IBE), herausgegeben von Lonsdale und Laura Ragg (vgl. Fußnote 2) und zweitens die spanische Handschrift (SBE), herausgegeben von Luis F. Barnabé Pons (vgl. Fußnote 3). Die Erzählung vom Besuch Jesu in Samaria steht im Barnabasevangelium in den Kapiteln 81–83. Der Vergleich zwischen diesem Text und denjenigen Textversionen der verschiedenen diatessaronischen Zeugen hat folgende übereinstimmende Lesarten erbracht:

 

 

 

1. Kap. 81 (vgl. Joh 4,5)

 

Joh 4,513

ἔρχεται οὖν εἰς πόλιν τῆς Σαμαρείας λεγομένην Συχὰρ πλησίον τοῦ χωρίου ὃ ἔδωκεν Ἰακὼβ [τῷ] Ἰωσὴφ τῷ υἱῷ αὐτοῦ

IBE 186:21–23

La matina di uno giorno per tempo hariuo iessu apresso il fonte che fece iaxhob he il donete ha iosef suo fiolo.

SBE

159:7–8

Un día por la mañana llegó Jesús a la fuente que hizo Jacob y se la dio a su hijo Joseph.

DBE14

Eines Tages kam Jesus des Morgens in die Nähe des Brunnens, den Jakob machte und seinem Sohn Joseph gab.

 

 

 

Diese Lesart ist derjenigen der pepysianischen Harmonie für Joh 4,12 ähnlich:

 

 

 

„Jacob þe patriark þat made þat welle15

 

 

 

Man beachte auch das Vorkommen der Worte ,Tag‘ bzw. ,Zeit‘, die sich bei manchen Zeugen in Joh 4,6c finden: Die Lütticher und die pepysianische Harmonie bezeugen das Wort ,Tag‘, die arabische Harmonie das Wort ,Zeit‘.16

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

2. Kap. 81 (vgl. Joh 4,6–9a)

 

Joh 4,6–9a

[6] ἦν δὲ ἐκεῖ πηγὴ τοῦ Ἰακώβ. ὁ οὖν Ἰησοῦς κεκοπιακὼς ἐκ τῆς ὁδοιπορίας ἐκαθέζετο οὕτως ἐπὶ τῇ πηγῇ· ὥρα ἦν ὡς ἕκτη. [7] Ἔρχεται γυνὴ ἐκ τῆς Σαμαρείας ἀντλῆσαι ὕδωρ. λέγει αὐτῇ ὁ Ἰησοῦς, Δός μοι πεῖν [8] οἱ γὰρ μαθηταὶ αὐτοῦ ἀπεληλύθεισαν εἰς τὴν πόλιν ἵνα τροφὰς ἀγοράσωσιν. [9] λέγει οὖν αὐτῷ ἡ γυνὴ ἡ Σαμαρῖτις...

IBE

186:23–28

Onde essendo affatichato iessu per il uiagio mando li dissepoli suoi nella citta ha chomprare il cibo · onde elgi si posse ha sedere apresso il fonte sopra la pietra del fonte · et hecho una dona samaritana che uene al fonte per chauare della aqua · disse iessu alla dona dami da bere · Risspose la dona...

SBE

159:8–13

Y estando fatigado por el camino largo embió sus discípulos a la cuidad a comprar mantenimiento, y asentóse cerca de la fuente sobre la piedra. He aquí una mujer samaritana que venía a sacar agua, y díxole Jesús: „Muger, dame agua“. Dixo la muger...

DBE

Und da Jesus von der Reise ermüdet war, schickte er seine Jünger in die Stadt, um Essen zu kaufen. Und so ließ er sich an dem Brunnen nieder, auf dem Stein des Brunnens. Und siehe, eine Frau aus Samaria kam zu dem Brunnen, um Wasser zu holen. Jesus sagte zu der Frau: „Gib mir zu trinken“. Die Frau antwortete...

 

 

 

Hier folgt Joh 4,9 unmittelbar auf Joh 4,7, wie in der Vetus Syra, dem Diates-saronkommentar des Ephraem, der pepysianische Harmonie und Juvencus, aber auch in der Lütticher Harmonie und in der Handschrift Q der bohairisch-koptischen Version. Andererseits ist im BE Joh 4,8 auf solche Weise zwischen zwei Teile von Joh 4,6 eingefügt, wie es unter den bisher bekannten diatessaronischen Zeugen trotz der zahlreichen Varianten für diese Perikope noch nicht gefunden wurde.17

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

3. Kap. 81 (vgl. Joh 4,10)

 

Joh 4,10

ἀπεκρίθη Ἰησοῦς καὶ εἶπεν αὐτῇ, Εἰ ᾔδεις τὴν δωρεὰν τοῦ θεοῦ καὶ τίς ἐστιν ὁ λέγων σοι, Δός μοι πεῖν, σὺ ἂν ᾔτησας αὐτὸν καὶ ἔδωκεν ἄν σοι ὕδωρ ζῶν.

IBE

186:29–31

Risspose iessu ho dona se tu sapesi chie cholui che ti dimanda da bere forsi che tu li dimanderesti da bere.

SBE

159:15–16

Dixo Jesús: „Si supieras quién soy, cierto que tú me demandasses a mí de bever“.

DBE

Jesus antwortete: „ O Frau, wenn du wüsstest, wer der ist, der von dir zu trinken erbittet, vielleicht hättest du ihn gebeten, dir zu trinken zu geben.

 

 

 

Der hier ausgelassene Ausdruck „die Gabe Gottes“ (τὴν δωρεὰν τοῦ θεοῦ) fehlt auch bei Ephraem, Cassiodor und in der pepysianischen Harmonie.18

 

 

 

4. Kap. 81 (vgl. Joh 4,11)

 

Joh 4,11

λέγει αὐτῷ [ἡ γυνή], Κύριε, οὔτε ἄντλημα ἔχεις καὶ τὸ φρέαρ ἐστὶν βαθύ· πόθεν οὖν ἔχεις τὸ ὕδωρ τὸ ζῶν;

IBE

186:31–188:1

Risspose la dona hora chome mi daressti da bere se tu non hai uasso da chauare la aqua ne chorda he il fonte he profondo.

SBE

159:17–18

Respondió la muger: „¿Cómo me darás de bever no teniendo vaso ni cuerda para sacar el agua, y la fuente está honda?“.

DBE

Die Frau antwortete: „Wie sollst du mir denn zu trinken geben, wo du doch kein Gefäß hast, um Wasser zu holen, und auch kein Seil, und der Brunnen tief ist?“

 

 

 

Diese Lesart ist derjenigen der persischen Harmonie im Osten („Seil und Eimer“) und derjenigen bei Juvencus im Westen („Eimer und Seil“) ähnlich.19

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

5. Kap. 81 (vgl. Joh 4, 13)

 

Joh 4,13

ἀπεκρίθη Ἰησοῦς καὶ εἶπεν αὐτῇ, Πᾶς ὁ πίνων ἐκ τοῦ ὕδατος τούτου διψήσει πάλιν

IBE

188:1–2

Risspose iessu, ho dona chi beue della aqua di quessto fonte di nouo li uiente sete.

SBE

159:19–20

Dixo Jésus: „O muger!, el que beve del agua desta fuente luego tiene sed...“

DBE

Jesus antwortete: „O Frau, wer von dem Wasser dieses Brunnens trinkt, wird aufs Neue Durst bekommen“.

 

 

 

Die Lesart ähnelt derjenigen bei Ephraem in seinen „Hymnen de Virginitate“:

 

 

 

„die wegen ihres Brunnens aufs Neue Durst bekam“20

 

 

 

 

 

6. Kap. 81 (vgl. Joh 4, 15)

 

Joh 4,15

λέγει πρὸς αὐτὸν ἡ γυνή, Κύριε, δός μοι τοῦτο τὸ ὕδωρ, ἵνα μὴ διψῶ μηδὲ διέρχωμαι ἐνθάδε ἀντλεῖν.

IBE

188:5

Allora disse la dona ho signore dami di quessta tua aqua.

SBE

159:22

Dixole la muger: „Señor, dame dessa agua tuya“.

DBE

O Herr, gib mir von diesem deinem Wasser.

 

 

 

Die Anwesenheit eines Partitivs („von diesem Wasser“) stimmt sowohl mit der Vetus Syra und der Peshitta, als auch mit dem Kommentar des Ephraem und den westlichen und östlichen Evangelienharmonien überein.21

 

 

 

 

 

7. Kap. 81 (vgl. Joh 4, 16)

 

Joh 4,16

Λέγει αὐτῇ, Ὕπαγε φώνησον τὸν ἄνδρα σου καὶ ἐλθὲ ἐνθάδε.

IBE

188:6–7

Risspose iessu ua he chiama il tuo marito che ad ambidui ui daro da bere.

SBE

159:23–24

Respondió Jesús: „Vé y llama a tu marido, que a entrambos os quiero dar a bever“.

DBE

Jesus antwortete: „Geh und hole deinen Ehemann, und ich werde euch beiden zu trinken geben.“

 

 

 

Die Konjunktion „und“, welche die beiden Imperative „geh“ und „hole“ verbindet, erscheint auch in der arabischen und der venezianischen Harmonie.22 Die Erwähnung des Namens „Jesus“ ist eine durch alle Sprachen weit verbreitete Lesart.

 

 

 

8. Kap. 81 (vgl. Joh 4, 17–18)

 

Joh 4,17–18

[17] ἀπεκρίθη ἡ γυνὴ καὶ εἶπεν αὐτῷ, Οὐκ ἔχω ἄνδρα. λέγει αὐτῇ ὁ Ἰησοῦς, Καλῶς εἶπας ὅτι Ἄνδρα οὐκ ἔχω [18] πέντε γὰρ ἄνδρας ἔσχες καὶ νῦν ὃν ἔχεις οὐκ ἔστιν σου ἀνήρ· τοῦτο ἀληθὲς εἴρηκας.

IBE

188:7–9

Disse la dona io nõ ho marito · Risspose iessu bene hai deto la uerita perche tu hai hauto cinque mariti he quessto che hai hora non e tuo marito.

SBE

159:25–27

Dixo la muger: „No tengo marido“.

Dixo Jesús: „Verdad dices, porque has tenido cinco, y el que agora tienes no es marido“.

DBE

Da sagte die Frau: „Ich habe keinen Ehemann.“

Jesus antwortete: „Wohl hast du die Wahrheit gesprochen, denn du hattest fünf Ehemänner, und den du jetzt hast, der ist nicht dein Ehemann.“

 

 

 

Bei dem Ausdruck „Wohl hast du die Wahrheit gesprochen“ im IBE könnte es sich um eine „verschmelzende Lesart“ (leçon confluente) handeln, welche das „wohl“ (καλῶς) aus V.17 mit dem „wahr“ (ἀληθές) aus V.18 verbindet. Die Lesart „wahr“ finden wir im Lütticher Diatessaron (waer) und der pepysianischen Harmonie (soþ) für V.17 bezeugt.23 Ähnlich verhält es sich bei der von Origenes dem Herakleon zugeschriebenen Version von V.17, in der auch das Adverb „wahr“ auftaucht.24

 

9. Kap. 81 (vgl. Joh 4, 19)

 

Joh 4,19

λέγει αὐτῷ ἡ γυνή, Κύριε, θεωρῶ ὅτι προφήτης εἶ σύ.

IBE

188:9–10

si smari la dona sentendo quessto he disse signore per quanto uedo tu sei proffeta.

SBE

159:28–29

Espantóse la muger oyendo aquello. Dixo la muger: „Señor a lo que veo tú eres profeta...“

DBE

Die Frau war verwirrt, als sie das hörte und sagte: „Herr, daran sehe ich (= wie mir scheint),dass du ein Prophet bist...“

 

 

 

Diese Lesart scheint – entgegen der Lehre des BE – die direkte Benennung Jesu als Propheten vermeiden zu wollen. Eine derartige Lesart findet sich auch in der syrischen Version von Eusebs Theophanie und in der armenischen Fassung von Ephraems Diatessaronkommentar, aber auch in der arabischen und der venezianischen Harmonie.25

 

 

 

10. Kap. 81 (vgl. Joh 4,20)

 

Joh 4,20

οἱ πατέρες ἡμῶν ἐν τῷ ὄρει τούτῳ προσεκύνησαν· καὶ ὑμεῖς λέγετε ὅτι ἐν Ἱεροσολύμοις ἐστὶν ὁ τόπος ὅπου προσκυνεῖν δεῖ.

IBE

188:11–12

pero dimi di gratia · li hebrei fano oratione sul monte sion..

SBE

159:29–30

...y ansí dime: los hebreos hazen oración sobre el monte Sión...“

DBE

...darum sag mir, ich bitte dich: Die Hebräer verrichten das Gebet auf dem Berg Zion...“

 

 

 

Wie in der Lütticher, der venezianischen und der pepysianischen Harmonie, liest man hier eine Einleitung zur direkten Rede innerhalb der direkten Rede der Samaritanerin.26 Das Verb „beten“ ist für diesen Vers auch in der venezianischen und der Lütticher Harmonie bezeugt.27

 

11. Kap. 82 (vgl. Joh 4, 22)

 

Joh 4,22

ὑμεῖς προσ­κυνεῖτε ὃ οὐκ οἴδατε· ἡμεῖς προσκυνοῦμεν ὃ οἴδαμεν, ὅτι ἡ σωτηρία ἐκ τῶν Ἰουδαίων ἐστίν.

IBE

188:22–24

He uoltato alla dona disse ho dona uoi samaritani addorate quello che non sapete · ma noi hebrei addoriamo quello che sapiamo.

SBE

160:10–11

Y bolviendo a la muger dixo: „Vosotros los samaritanos adoráis lo que no sabéis, mas los hebreos adoramos los que sabemos.“

DBE

Und er wandte sich der Frau zu und sagte: „O Frau, ihr Samaritaner verehrt das, was ihr nicht kennt, aber wir Hebräer verehren das, was wir kennen...“

 

 

 

Man beachte hier die Anwesenheit der adversativen Konjunktion „aber“, welche die beiden Sätze der direkten Rede Jesu verbindet. Eine vergleichbare Konjunktion findet sich in der Peshitta, der syrischen Version des Werkes Über den Glauben des Kyrill von Alexandrien, der diesen Vers zitiert, und in der Lütticher Harmonie.28 Die Konjunktion „und“ mit einem adversativen Sinn erscheint in der Vetus Syra und in der arabischen, persischen und venezianischen Harmonie.29

 

 

 

12. Kap. 82 (vgl. Joh 4, 21.24)

 

Joh 4,21.24

[21] λέγει αὐτῇ ὁ Ἰησοῦς, Πίστευέ μοι, γύναι, ὅτι ἔρχεται ὥρα ὅτε οὔτε ἐν τῷ ὄρει τούτῳ οὔτε ἐν Ἱεροσολύμοις προσκυνήσετε τῷ πατρί.

[24] πνεῦμα ὁ θεός, καὶ τοὺς προσκυνοῦντας αὐτὸν ἐν πνεύματι καὶ ἀληθείᾳ δεῖ προσκυνεῖν.

IBE

188:25–26

In uerita ti dicho che DIO he spirito he uerita pero in spirito he uerita deue essere addorato...

SBE

160:11–13

En verdad te digo que Dios es Espíritu y Verdad, y con espíritu y verdad ha de ser adorado.“

DBE

Wahrlich, ich sage dir, dass Gott Geist und Wahrheit ist, und daher muss er im Geist und in der Wahrheit verehrt werden...“

 

 

 

Die Lesart „in uerita ti dicho“ („wahrlich, ich sage dir“) ist das lateinische Äquivalent zu „Amen, ich sage dir“, das bei Ephraem und Hieronymus für Joh 4,21 bezeugt ist.30 Siehe dazu auch den folgenden Abschnitt.

 

 

 

13. Kap. 82 (vgl. Joh 4, 21.23)

 

Joh 4,21.23

[21] λέγει αὐτῇ ὁ Ἰησοῦς, Πίστευέ μοι, γύναι, ὅτι ἔρχεται ὥρα ὅτε οὔτε ἐν τῷ ὄρει τούτῳ οὔτε ἐν Ἱεροσολύμοις προσκυνήσετε τῷ πατρί

[23] ἀλλ᾽ ἔρχεται ὥρα καὶ νῦν ἐστιν, ὅτε οἱ ἀληθινοὶ προσκυνηταὶ προσκυνήσουσιν τῷ πατρὶ ἐν πνεύματι καὶ ἀληθείᾳ· καὶ γὰρ ὁ πατὴρ τοιούτους ζητεῖ τοὺς προσκυνοῦντας αὐτόν.

IBE

188:28–190:2

Ma chredimi che uera tempo che DIO darra la miserichordia sua in altra citta he in ogni locho si potera addorare con uerita.

SBE

160:14–16

Mas creedme que vendrá tiempo en que Dios dará misericordia en otra ciudad, y en todo lugar se podrá adorar a Dios con verdad...“

DBE

Aber glaub mir, es wird eine Zeit kommen, da Gott seine Gnade in einer anderen Stadt geben wird, und an jedem Ort wird es möglich sein, ihn in Wahrheit zu verehren...“

 

 

 

Die Lesart „ma chredimi“ („aber glaub mir“) verweist wie die vorherige Lesart auf Joh 4,21. Die erstere hat hier jedoch noch das Wort „Zeit“, dessen Äquivalent wir für V. 21 in der persischen, der Lütticher und der pepysianischen Harmonie, aber auch bei Zacharias Chrysopolitanus, und für V.23 auch in der persischen Harmonie finden. Die Handschrift 9 der Peschitta enthält einen diesbezüglichen Kommentar, der dasselbe Wort bezeugt.31

 

 

 

 

 

 

 

14. Kap. 82 (vgl. Joh 4,25)

 

Joh 4,25

λέγει αὐτῷ ἡ γυνή, Οἶδα ὅτι Μεσσίας ἔρχεται ὁ λεγόμενος χριστός· ὅταν ἔλθῃ ἐκεῖνος, ἀναγγελεῖ ἡμῖν ἅπαντα.

IBE

190:3–4

Risspose la dona noi aspetiamo il messia pero quando uenira ci amaesstrera.

SBE

160:18–19

Dixo la muger: „Nosotros aguardamos al Messías, y quando vendrá nos enseñará“.

DBE

Die Frau antwortete: „Wir warten auf den Messias; wenn er kommt, wird er uns lehren.“

 

 

 

Die Lesart „ci amaesstrera“ im IBE und “nos enseñará“ im SBE stimmt mit der Lesart der Peschitta, der arabischen und persischen Harmonie im Osten und der pepysianischen Harmonie im Westen überein, die allesamt die Lesart „wird er uns lehren“ haben.32

 

 

 

15. Kap. 82 (vgl. Joh 4, 28–29)

 

Joh 4,28–29

[28] ἀφῆκεν οὖν τὴν ὑδρίαν αὐτῆς ἡ γυνὴ καὶ ἀπῆλθεν εἰς τὴν πόλιν καὶ λέγει τοῖς ἀνθρώποις, [29] Δεῦτε ἴδετε ἄνθρωπον ὃς εἶπέν μοι πάντα ὅσα ἐποίησα, μήτι οὗτός ἐστιν ὁ Χριστός;

IBE

190:16–17

Allora la dona lassio la idria he chorse nella citta ha nontiare quanto haueua intesso da iessu.

SBE

160:32–33

Dexó la muger el cántaro en la fuente y corrió a la ciudade, y dixo todo lo que avía oydo a Jesús.

DBE

Da ließ die Frau ihr Wassergefäß stehen und lief in die Stadt, um alles mitzuteilen, was sie von Jesus gehört hatte.

 

 

 

Es gibt keinen Zweifel, dass dieses Evangelium für V. 28 die Lesart „lief“ bietet [Joh hat hier „ging“ – Anm. d. Übers.], welche wir auch im Sinai-Syrer, bei Zacharias Chrysopolitanus und im Codex Koridethi finden. Sie erscheint auch in den niederländischen Harmonien und bei Romanos Melodos.33 Die Struktur der Erzählung ist ebenfalls bemerkenswert: dass die Samaritanerin den Eimer stehen ließ und in die Stadt lief, bildet hier das Ende des Dialogs mit Jesus. Das gleiche Phänomen tritt im Kommentar des Zacharias Chrysopolitanus auf.34 Eine dritte Übereinstimmung zwischen dem BE und Zacharias ist der Gebrauch des Verbs „mitteilen“, das sich zudem bei Epiphanius und in der georgianischen Joh-Version (geo.2) findet.35

 

 

 

16. Kap. 83 (vgl. Joh 4, 27)

 

Joh 4,27

Καὶ ἐπὶ τούτῳ ἦλθαν οἱ μαθηταὶ αὐτοῦ καὶ ἐθαύμαζον ὅτι μετὰ γυναικὸς ἐλάλει· οὐδεὶς μέντοι εἶπεν, Τί ζητεῖς ἢ τί λαλεῖς μετ᾽ αὐτῆς;

IBE

190:18–21

Mentre che la dona parllaua chon iessu · uenero li dissepoli he si stupirno che iessu parllassi chossi con una dona ma non li dissero niuno perche chosi parllasti cho una dona samaritana

SBE

161:2–4

Mientras que la muger hablava con Jesús, vinieron los discípilos y se admiraron de verle hablar con ella, mas ninguno le dixo „¿Por qué hablar con essa samaritana?“

DBE

Während die Frau [noch] mit Jesus sprach, kamen seine Jünger und staunten, dass Jesus so zu einer Frau sprach. Doch sagte niemand zu ihm: „Warum sprichst du so mit einer Frau aus Samaria?“

 

 

 

Der Text der Vetus Syra für diesen Vers beginnt mit dem Satz „und während sie sprachen“, d.h. Jesus und die Samaritanerin. Die Peschitta sowie die arabische und die persische Harmonie beginnen den Vers mit „und während er sprach“, d.h. Jesus.36 Das BE beginnt hingegen mit „während die Frau [noch] mit Jesus sprach“. Wäre es nicht möglich, dass beide Lesarten von der in der Vetus Syra bezeugten Lesart abhängen?

 

 

 

 

 

 

 

17. Kap. 83 (vgl. Joh 4, 31)

 

Joh 4,31

Ἐν τῷ μεταξὺ ἠρώτων αὐτὸν οἱ μαθηταὶ λέγοντες, Ῥαββί, φάγε.

IBE

190:21

onde partita la dona dissero Maesstro uieni ha mãgiare.

SBE

161:4–5

la qual partida, dixeron: „Maestro, ven a comer“.

DBE

Als die Frau dann gegangen war, sagten sie: „Herr, komm und iss.“

 

 

 

Diese Lesart ist mit derjenigen der Lütticher Harmonie identisch: „Mester, com eten“.37 Man beachte auch, dass das BE sich unter diejenigen Zeugen einreiht, welche anstelle des „Rabbi“ des griechischen Textes das Appellativum „Meister“ tradieren.38

 

 

 

18. Kap. 83 (vgl. Joh 4, 34)

 

Joh 4,34

λέγει αὐτοῖς ὁ Ἰησοῦς, Ἐμὸν βρῶμά ἐστιν ἵνα ποιήσω τὸ θέλημα τοῦ πέμψαντός με καὶ τελειώσω αὐτοῦ τὸ ἔργον.

IBE

192:4–5

onde disse iessu uoí non sapete che il uero cibo he di fare la uollonta di DIO.

SBE

161:2–4

quando dixo: „¿No sabéis que el verdadero manjar es hazer la voluntad del Señor?“

DBE

Und Jesus sagte: „Ihr wisst nicht, es dies die wahre Speise ist, den Willen Gottes zu tun...“

 

 

 

Diese Lesart steht derjenigen der toskanischen Harmonie („den Willen meines Vaters“) und der pepysianischen Harmonie („den Willen Gottes“) sehr nahe.39

 

 

 

 

 

 

 

19. Kap. 83 (vgl. 4, 40)

 

Joh 4,40

ὡς οὖν ἦλθον πρὸς αὐτὸν οἱ Σαμαρῖται, ἠρώτων αὐτὸν μεῖναι παρ᾽ αὐτοῖς· καὶ ἔμεινεν ἐκεῖ δύο ἡμέρας.

IBE

192:19–22

Hariuati che furno iuui la moltitudine pregorno iessu di stare chon loro il quale hentro nella citta he stete hiuui dui giorni · sanando tutti li imfermi he ammaesstrandoli del regno di DIO.

SBE

162:1–3

Llegada que fue aquella multidud, le rogaron que fuesse con ellos, y ansí entró en la ciudad y estuvo dos días sanando a los enfermos y enseñando el Reyno de Dios.

DBE

Als sie dort angekommen waren, baten sie Jesus inständig, bei ihnen zu bleiben; und er ging in die Stadt und blieb zwei Tage lang dort, und er heilte alle Kranke und lehrte über dass Königreich Gottes.

 

 

 

Dieser Abschnitt bietet mehrere Betrachtungsebenen. Zunächst wären da die Übereinstimmungen mit gewissen diatessaronischen Zeugen zu nennen. Die Lesarten „di stare“ und „he stete“ erinnern an die Vetus Syra, die Peschitta und die gregorianische Joh-Version (geo.1): „ob er bleibt... und er blieb“. Nur die zweite Variante hingegen erscheint in den italienischen Harmonien.40 Die Lesart, nach der Jesus „in die Stadt ging“, bezeugt auch die pepysianische Harmonie („wolde entren in to þe citee“).41

 

Eine weitere Besonderheit des Abschnitts ist die Bemerkung, dass Jesus dort „alle Kranken heilte und über das Königreich Gottes lehrte“. Zwar haben wir festgestellt, dass diese Lesart in keinem anderen Zeugen zu finden ist, doch die Formulierung des Ephraem in Bezug auf Joh 4,42, nach der die Samaritaner sich auf die Lehre, welche sie von Jeus hörten, und die Taten, die sie ihn vollbringen sahen, beziehen, klingt wie eine logische Konsequenz aus der Lesart des BE.42 Neben diesem Befund bei Ephraem ist auch auf die für Joh 4,41 in der Lütticher Harmonie zu findende Lesart hinzuweisen: „Ende alsen die Samaritane hoerden selue spreken, so gheloefder vele an hem“,43 wie auch die Lesarten mit dem Verb „sehen“, die wir für Joh 4,42 in einigen Handschriften der toskanischen und der pepysianischen Harmonie und bei Zacharias Chrysopolitanus gefunden haben.44 Dennoch ist es seltsam, dass das BE keine dieser Lesarten für Joh 4,41–42 bietet.

 

 

 

2. Auswertung der dargelegten Lesarten und ihrer Übereinstimmungen mit den diatessaronischen Zeugen

 

Die oben dargelegten Lesarten haben nicht alle dasselbe Gewicht; einige sind relevanter als andere. Nachdem wir sie allesamt und die bedeutsamen unter ihnen im Besonderen betrachteten, kamen wir zu folgenden Schlussfolgerungen.

 

 

 

2.1 In Bezug auf das BE

 

Es besteht kein Zweifel daran, dass der Autor des BE bei seiner Erzählung von der Samaritanerin einer textlichen Tradition folgt, die auf das Diatessaron zurückgeht. Hierbei ist es leicht vorstellbar, dass er diese Tradition aus einer Evangelienharmonie kannte. Die Übereinstimmungen mit den diatessaronischen Zeugen sind so zahlreich und eindeutig, dass wir es praktisch ausschließen können, dem Autor des BE eine unmittelbare Benutzung des Johannesevangeliums zu attestieren, sei es auf Latein oder einer anderen Sprache. Hingegen könnten die „verschmelzenden Lesarten“ (Leçons confluentes), welche nicht-diatessaronische Lesarten mit diatessaronischen verbinden (vgl. Nr. 8; 12/13) auf eine (zusätzliche) Benutzung des Johannesevangeliums hinweisen – aber diese Lesarten sind sehr wenige, und der Autor des BE könnte diese schon in der ihm vorliegenden Evangelienharmonie gefunden haben.

 

 

 

2.2. In Bezug auf die Evangelienharmonien

 

Die Übereinstimmungen, welche wir zwischen dem BE und den diatessaronischen Zeugen feststellen konnten, sind nicht nur zahlreich, sondern auch vielschichtig, klingen sie doch manchmal an östliche und manchmal an westliche Zeugen an. Daher dürfen wir behaupten, dass das BE in Bezug auf die Erzählung von Jesu Besuch in Samaria einen wichtigen diatessaronischen Zeugen darstellt. Folglich können die festgestellten Übereinstimmungen bei dem Versuch einer Rekonstruktion des (ursprünglichen) Diatessarontextes genutzt werden.

 

Diese Übereinstimmungen führen uns zu der Notwendigkeit, über die Beschaffenheit der zugrundeliegenden Erzählung und ihren Platz innerhalb der Tradition der Evangelienharmonien zu reflektieren. Aus dieser Perspektive offenbaren sie eine hohe Komplexität und bewirken, dass wir hierbei nicht zu kategorisch vorgehen.

 

Die folgenden drei Schlussfolgerungen können unseres Erachtens gezogen werden.

 

  1. Wie diese Erzählung im BE eine sehr viel größere Abhängigkeit von der diatessaronischen als von der kanonischen Tradition an den Tag legt, so befindet sich auch die Textform, welche dem Autor des BE bekannt war, in einem frühen Stadium des Assimilierungsprozesses mit den lokalen Evangelien – ein Prozess, der gemeinhin als „Vulgatisierung“ bezeichnet wird.

    Ferner ist anzumerken, dass sich im Gegensatz dazu der Text der venezianischen und der toskanischen Harmonie in einem sehr fortgeschrittenen Stadium der Vulgatisierung befindet. Wenn man also annimmt, dass der Autor des BE eine zugrundeliegende Erzählung aus einer mittelalterlichen italienischen Evangelienharmonie benutzt hat, muss man gleichermaßen für diesen Abschnitt eine Erzählung auf Italienisch annehmen, die weit weniger vulgatisiert wurde als die beiden erwähnten Harmonien; es sei denn, man geht davon aus, dass die vom Autor des BE benutzte Harmonie nicht auf Italienisch, sondern auf Latein verfasst war. Allein auf der Grundlage der für diese Erzählung zur Verfügung stehenden Daten scheint es uns jedoch nicht möglich, diese Frage hinreichend zu beantworten. Für die Existenz einer älteren italienischen Evangelienharmonie, welche vor die beiden uns bekannten (die venezianische und die toskanische) zu datieren ist, sprechen zumindest auch gewisse Textvarianten im kritischen Apparat zu Joh 4,1–42 in der Ausgabe der toskanischen Harmonie.

 

 

  1. Unter den oben genannten Übereinstimmungen scheinen einige als typisch zum westlichen Zweig der Evangelienharmonien gehörig, weil wir sie nur bei westlichen Zeugen fanden. Dies trifft für die Lesarten 8, 10, 17 und 18 zu. Für eine Rekonstruktion des tatianischen Diatessarons wären diese Lesarten sicherlich unbrauchbar; dennoch zeigen sie uns, dass die zugrundeliegende Erzählung, welche der Autor des BE verwendet hat, in der westlichen diatessaronischen Tradition verwurzelt ist.

     

  2. Was die Übereinstimmungen betrifft, welche östlichen Zeugen ähneln, so scheinen sie letztlich auf eine Variante der Erzählung von Jesu Besuch in Samaria zurückzugehen, die aus einer altlateinischen Evangelienharmonie stammt, die ihrerseits von einer altsyrischen Harmonie abhängt. Es wäre daher sinnvoll, die wichtigsten Übereinstimmungen im Hinblick auf eine Rekonstruktion des Textes jener altsyrischen Harmonie zusammenfassend aufzulisten:

     

    Nr. 2: Die Anordnung der Verse 7 und 9 (Joh 4,9 folgt unmittelbar auf Joh 4,7).

    Nr. 4: „wenn du weder ein Gefäß hast, um Wasser zu schöpfen, und auch kein Seil“ (die Anwesenheit des Wortes „Seil“ in Joh 4,11).

    Nr. 5: „wer vom Wasser dieses Brunnens trinkt, zu dem kehrt der Durst wieder zurück“ (die Anwesenheit des Wortes „Quelle“, oder wahr- scheinlicher: „Brunnen“ in Joh 4,13).

    Nr. 9: „hieran sehe ich (es scheint mir so), dass du ein Prophet bist“ (Ver- wendung einer Umschreibung, um eine direkte Bezeichnung Jesu als Prophet in Joh 4,19 zu vermeiden).

    Nr. 12: „wahrlich, ich sage dir“ (Anwesenheit des Ausdrucks „Amen, ich sage dir“ in der Rede Jesu, wahrscheinlich in Joh 4,21).

    Nr. 13: „es wird eine Zeit kommen, wo“ (diese Lesart entspricht der direk- ten Rede Jesu in Joh 4,21.23).

    Nr. 15: „und lief in die Stadt“ (Anwesenheit des Verbs „laufen“ in Joh 4,28).

    Nr. 19: „“bei ihnen zu bleiben...und blieb...“ (Anwesenheit des Verbs „blei- ben“ in Joh 4,40).

     

    Die übrigen Lesarten könnten auch auf diese syrische Evangelienharmonie zurückgehen, aber in ihrem Fall ist es weniger sicher. Es sind folgende:

     

    Nr. 3: Die Abwesenheit des Ausdrucks „Gabe Gottes“ in Joh 4,10.

    Nr. 14: die Lesart „er lehrte uns“ in Joh 4,25.

    Nr. 15: Die Anwesenheit des Verbs „mitteilen“ anstelle eines einfachen „sagen“ in Joh 4,28.

    Nr. 15: die folgende Reihenfolge: Verse 26 + 28.29 (30) + 27 + 31ff.

    Nr. 16: die Lesart „während die Frau mit Jesus sprach“ in Joh 4,27 scheint die Lesart der Vetus Syra zu bestätigen: „und während sie spra- chen“.

    Nr. 19: die Lesart „er heilte alle Krankheiten und lehrte sie über das König- reich Gottes“ oder eine ähnliche Formulierung wird in Ephraems Kommentar zu Joh 4,42 vorausgesetzt.

 

 

 

Die von uns vorgebrachten Schlussfolgerungen betreffen nur den im BE und in den diatessaronischen Zeugen untersuchten Textabschnitt. Sie können durch die Untersuchung anderer Abschnitte aus diesem Evangelium entweder bestätigt, korrigiert oder auch verworfen werden.

 

 

1Übersetzt von Daniel Erhorn (2015).

 

2C. V. Malzoni, Jesus: Messias e Vivificador do mundo, Jo 4,1–42 na Antiga Tradicao Siríca (Cahiers de la Revue Biblique 59), Paris, Gabalda, 2005.

 

3L. and L. Ragg, The Gospel of Barnabas, Edited and translated from the Italian Ms. In the Imperial Library at Vienna, Oxford, Clarendon, 1907, xxxv–xlii. Vgl. J. Joosten, Jésus et l’aveugle-né (Jn 9,1–34) dans l’évangile de Barnabas et dans le Diatessaron (Revue d’histoire et de philosophie religieuses 80 (2000) 359–369),359.

 

4L. F. Bernabé Pons, El Texto morisco del Eangelio de san Bernabé, Granada, Universidad de Grananda, 1998, 24–48. Vgl. J. Joosten, The Gospel of Barnabas and the Diatessaron (Harvard Theological Review 95 (2002) 73–96), 73–74.

 

5L. and L. Ragg, The Gospel of Barnabas, x–xvii; L. F. Bernabé Pons, El Texto morisco, 14; J. Joosten, Jésus et l’aveugle-né, 359; The Gospel of Barnabas, 73.

 

6Zu dieser Frage siehe L. and L. Ragg, The Gospel of Barnabas, xlv–xlvii.

 

7L. and L. Ragg, The Gospel of Barnabas, xxii–xxiv.

 

8Vgl. J. Joosten, The Gospel of Barnabas, 86; Verweise auf L. Cirillo/M. Frémaux, Évangile de Barnabé, Recherches sur la composition et l`origine, Paris, Beauchesne, 1977, und auf J. Slomp, Pseudo-Barnabas in the Context of Muslim-Christian Apologetics, Rawalpindi, Christian Study Center, 1974.

 

9J. Joosten, Jésus et l’aveugle-né, 359–360.

 

10J. Joosten, Jésus et l’aveugle-né, 366–368; The Gospel of Barnabas, 88–90; 90–92.

 

11Siehe insbesondere J. Joosten, The Gospel of Barnabas, 96.

 

12Ich werde daher nicht auf den inhaltlichen Befund dieser Perikope des Barnabasevangeliums eingehen.

 

13Die Darstellung des Textes wurde vom Übersetzer um den griechischen Text des Johannesevangeliums (nach Nestle-Aland, NT Graece) und die deutsche Übersetzung des Barnabasevangeliums für eine bessere Verständlichkeit ergänzt.

 

14DBE = Deutsches Barnabasevangelium, zitiert nach der Ausgabe des Spohr-Verlags (Kandern, 22004) [Anm. d. Übers.]

 

15M. Goates, The Pepysian Gospel Harmony, Oxford, University Press, 1922, 15.

 

16Die Texte all dieser Zeugen finden sich in meinem Buch Jesus: Messias e Vivificador do mundo, 99–105 versammelt. Man kann auch die folgenden Ausgaben heranziehen: D. Plooij, C. A. Philips, A. H. A. Bakker, The Liège Diatessaron, Edited with a textual apparatus, English translation of the Dutch text by A. J. Barnouw, Vols. I–II, Amsterdam, Koninklijke Akademie van Wetenschappen, 1929–1970, 110; M. Goates, The Pepysian Gospel Harmony, 15; A.-S. Marmardji, Diatessaron arabe, Beyrouth, Imprimerie Catholique, 1935, 202. Das Wort ,Tag‘ findet sich auch unter den Lesarten der palestinensischen Version: A. S. Lewis and M. D. Gibson, The Palestinian Syriac Lectionary of the Gospels, London, Paul, Trench, Trübner, 1899, ad hoc. Das Wort ,Zeit‘ ist von den arabischen und äthiopischen Textversionen bezeugt, herausgegeben von B. Walton, Biblia Sacra Polyglotta, Tomus quintus: sive Novum D. N. Jesu Christi Testamentum, Londini, Thomas Roycroft, 1657, ad hoc.

 

17Vgl. Jesus: Messias e Vivificador do mundo, 99–105; 235–237; G. A. Kiraz, Comparative Edtition of the Syriac Gospels Aligning the Sinaiticus, Curetonianus, Peshîttâ and Harklean Versions, Vol. 4 – John, Leiden, Brill, 1996, 51–53; L. Leloir, Saint Éphrem. Commentaire de l’évangile concordant, Texte syriaque, Dublin, Hodges Figgis, 1963, 88–90; M. Goates, The Pepysian Gospel Harmony, 15; I. Huemer, Gai Vetti Aquilini Iuuenci, Evangeliorum libri quattuor, Vindobonae, F. Tempsky, 1891, 52–53; D. Plooij, C. A. Philips, A. H. Bakker, The Liège Diatessaron, 110; G. Horner, The Coptic Version of the New Testament in the Northern Dialect, otherwise called Memphitic or Bohairic, Vol. II – The Gospel of S. Luke and S. John, Oxford, Clarendon, 1898, 363.

 

18Vgl. Jesus: Messias e Vivificador do mundo, 110–113; L. Leloir, Saint Éphrem. Commentaire de l’évangile concordant, Texte syriaque, 90; M. Goates, The Pepysian Gospel Harmony, 15; M. Adriaen, Magni Aurelii Cassiodori, Expositio Psalmorum I–LXX, Turnholti, Brepols, 1958, 34.

 

19Vgl. Jesus: Messias e Vivificador do mundo, 114–116; G. Messina, Diatessaron Persiano, Roma, Pontificio Istituto Biblico, 1951, 159; I. Huemer, Gai Vetti Aquilini Iuuenci, Evangeliorum libri quattuor, 53.

 

20E. Beck, Des heiligen Ephraem des Syrers Hymnen de Virginitate, Louvain, Secrétariat du Corpus SCO, 1962, 61.

 

21Vgl. Messias e Vivificador do mundo, 125–127; G. A. Kiraz, Comparitive Edition of the Syriac Gospels, Vol. 4 – John, 56; L. Leloir, Saint Éphrem. Commentaire de l’évangile concordant, Texte syriaque, 90; A.-S. Marmardji, Diatessaron arabe, 204; G. Messina, Diatessaron Persiano, 159; D. Plooij, C. A. Philips, A. H. A. Bakker, The Liège Diatessaron, 112; V. Todesco, M. Vatasso e A. Vaccari, Il Diatessaron in volgare italiano, I – Il Diatessaron veneto, Città del Vaticano, Bibliotheka Apostloica Vaticana, 1938, 75; M. Goates, The Pepysian Gospel Harmony, 15. Das Partitiv findet sich auch in den arabischen und persischen Versionen des Neuen Testaments (B. Walton, Biblia Sacra Polyglotta, ad hoc). Bei der Vetus Latina ist es sich in der Handschrift q bezeugt: vgl. A. Jülicher, Itala, das Neue Testament in altlateinischer Überlieferung. IV – Johannes-Evangelium, Berlin, Walter de Gruyter, 1963, 31.

 

22Vgl. Jesus e Vivifiador do moundo, 128–129. A.-S. Marmardji, Diatessaron arabe, 204; V. Todesco, M. Vatasso e A. Vaccari, Il Diatessaron in volgare italiano, I – Il Diatessaron veneto, 75. Die Konjunktion findet sich auch in der arabischen Version des Neuen Testaments (vgl. B. Walton, Biblia Sacra Polyglotta, ad hoc.

 

23Vgl. Jesus e Vivificador do mundo, 130–135; D. Plooij, C. A. Philips, A. H. A. Bakker, The Liège Diatessaron, 112; M. Goates, The Pepysian Gospel Harmony, 15.

 

24C. Blanc, Origène, Commentaire sur saint Jean, Tome III, Livre XIII, Paris, Ed. Du Cerf, 1975, 68. Vgl. Jesus: Messias e Vivificador do mundo, 132.

 

25Vgl. Jesus: Messias e Vivificador do mundo, 136–137; S. Lee, Eusebius, Bishop of Caesarea, on the Theophania, A Syriac Version, London, Society for the publication of Oriental Texts, 1842, IV, ad hoc; L. Leloir, Saint Éphrem, Commentaire de l’évangile concordant, Version arménienne, Louvain, L. Durbecq, 1954, 123; A.-S. Marmardji, Diatessaron arabe, 204; V. Todesco, M. Vatasso e A. Vaccari, Il Diatessaron in volgare italiano, I – Il Diatessaron veneto, 75.

 

26Vgl. Jesus: Messias e Vivificador do mundo, 138–140; D. Plooij, C. A. Philips, A. H. A. Bakker, The Liège Diatessaron, 112; V. Todesco, M. Vatasso e A. Vaccari, Il Diatessaron in volgare italiano, I – Il Diatessaron veneto, 75; M. Goates, The Pepysian Gospel Harmony, 15.

 

27Vgl. Jesus: Messias e Vivificador do mundo, 139; V. Todesco, M. Vatasso e A. Vaccari, Il Diatessaron in volgare italiano, I – Il Diatessaron veneto, 75; D. Plooij, C. A. Philips, A. H. A. Bakker, The Liège Diatessaron, 112.

 

28Vgl. Jesus: Messias e Vivificador do mundo, 145–147; G. A. Kiraz, Comparative Edition of the Syriac Gospels, Vol. 4 – John, 59; P. E. Pusey, Sancti Patris Nostri Cyrilli Archiepiscopi Alexandrini, De Recta Fide, Bruxelles, Culture et Civilisation, 1965R, 103; D. Plooij, C. A. Philips, A. H. A. Bakker, The Liège Diatessaron, 112

 

29Vgl. Jesus: Messias e Vivificador do mundo, 145–147; G. A. Kiraz, Comparative Edition of the Syriac Gospels, Vol. 4 – John, 59; A.-S. Marmardji, Diatessaron arabe, 204; G. Messina, Diatessaron Persiano, 159; V. Todesco, M. Vatasso e A. Vaccari, Il Diatessaron in volgare italiano, I – Il Diatessaron veneto, 76.

 

30Vgl. Jesus: Messias e Vivificador do mundo, 141–144; L. Leloir, Saint Éphrem. Commentaire de l’évangile concordant, Texte syriaque, 94; M. Adriaen, S. Hieronymi presbyteri Opera, I,2 – Commentarium in Esaiam, Libri I–XI, Turnholti, Brepols, 1963, 796.

 

31Vgl. Jesus: Messias e Vivificador do mundo, 141–144.148–150; G. Messina, Diatessaron Persiano, 159; D. Plooij, C. A. Philips, A. H. A. Bakker, The Liège Diatessaron, 112; M. Goates, The Pepysian Gospel Harmony, 16; J.-P. Migne, Zahariae Chrysopolitani, PL 186, 269D. Zur Handsschrift 9 der Peschitta siehe Jesus: Messias e Vivificador do mundo, 322.

 

32Vgl. Jesus: Messias e Vivificador do mundo, 153–155; G. A. Kiraz, Comparative Edition of the Syriac Gospels, Vol. 4 – John, 60–61; A.-S. Marmardji, Diatessaron arabe, 204; G. Messina, Diatessaron Persiano, 161; M. Goates, The Pepysian Gospel Harmony, 16. Diese Lesart erscheint auch in den arabischen und persischen Textversionen des NT; vgl. B Walton, Biblia Sacra Polyglotta, ad hoc.

 

33Vgl. Jesus: Messias e Vivificador do mundo, 162–164; G. A. Kiraz, Comparative Edition of the Syriac Gospels, Vol. 4 – John, 62; J.-P. Migne, Zahariae Chrysopolitani, PL 186, 270D; G. Beerman und C. R. Gregory, Die Koridethi Evangelien Θ 038, Leipzig, J. C. Hinrichs, 1913, ad hoc; D. Plooij, C. A. Philips, A. H. A. Bakker, The Liège Diatessaron, 112; C. C. De Bruin, Diatessaron Haarense, Leiden, Brill, 1970, 48; J. Grosdidier de Martons, Romanos le Mélode, Hymnes, tome II: Nouveau Testament (IXD–XX), Paris, Éd. Du Cerf, 1965, 350.

 

34Vgl. Jesus: Messias e Vivificador do mundo, 351.

 

35Vgl. Jesus: Messias e Vivificador do mundo, 351; J.-P. Migne, Zahariae Chrysopolitani, PL 186, 270D; K. Holl, Epiphanius, Ancoratus und Panarion, I Band – Ancoratus und Panarion Haer. 1–33, Leipzig, J. C. Hinrich, 1915, 282; R. P. Blake and M. Brière, The old Gregorian Version of the Gospel of John, from the Adish Gospels with the variants of the Opiza and Tbet’ Gospels, Paris, Firmin-Didot, 1950, ad hoc.

 

36Vgl. Jesus: Messias e Vivificador do mundo, 158–161; G. A. Kiraz, Comparative Edition of the Syriac Gospels, Vol. 4 – John, 61–62; A.-S. Marmardji, Diatessaron arabe, 204–206; G. Messina, Diatessaron Persiano, 161. Eine ähnliche Lesart findet sich in der persischen Textversion des NT (vgl. B. Walton, Biblia Sacra Polyglotta, ad hoc). Ebenso verhält es sich mit der gregorianischen Version (vgl. R. P. Blake and M. Brière, The old Gregorian Version of the Gospel of John, ad hoc.

 

37Vgl. Jesus: Messias e Vvificador do mundo, 168; D. Plooij, C. A. Philips, A. H. A. Bakker, The Liège Diatessaron, 114.

 

38Vgl. Jesus: Messias e Vivificador do mundo, 358.

 

39Vgl. Jesus: Messias e Vivificador do mundo, 175; V. Todesco, M. Vatasso e A. Vaccari, Il Diatessaron in volgare italiano, I – Il Diatessaron toscano, 265; M. Goates, The Pepysian Gospel Harmony, 16.

 

40Vgl. Jesus: Mesisas e Vivificador do mundo, 193–195; G. A. Kiraz, Comparative Edition of the Syriac Gospels, Vol. 4 – John, 67; R. P. Blake and M. Brière, The old Gregorian Version of the Gospel of John, ad hoc; V. Todesco, M. Vatasso e A. Vaccari, Il Diatessaron in volgare italiano, I – Il Diatessaron veneto, 76; V. Todesco, M. Vatasso e A. Vaccari, Il Diatessaron in volgare italiano, II – Il Diatessaron toscano, 265.

 

41Vgl. Jesus: Messias e Vivificador do mundo, 194; M. Goates, The Pepysian Gospel Harmony, 16.

 

42Vgl. Jesus: Messias e Vivificador do mundo, 198–199; L. Leloir, Saint Éphrem. Commentaire de l’évangile concordant, Version arménienne, 124.

 

43Vgl. Jesus: Messias e Vivificador do mundo, 196; D. Plooij, C. A. Philips, A. H. A. Bakker, The Liège Diatessaron, 114.

 

44Vgl. Jesus: Messias e Vivificador do mundo, 200–201; V. Todesco, M. Vatasso e A. Vaccari, Il Diatessaron in volgare italiano, I – Il Diatessaron toscano, 265; M. Goates, The Pepysian Gospel Harmony, 16; J.-P. Migne, Zachriae Chrysopolitani, PL 186, 272B.