DIE  D I A T E S S A R O N - C O N N E C T I O N

von Daniel Erhorn (C) 2016


Seit den Arbeiten von Luigi Cirillo (1977) und Jan Joosten (2000, 2010) kann es als sicher gelten, dass das Barnabasevangelium eine textgeschichtliche Beziehung zum Diatessaron des Tatian hat. Das Diatessaron des Tatian ist die früheste uns bekannte Evangelienharmonie. Unter einer Evangelienharmonie versteht man die Harmonisierung der vier kanonischen Evangelien zu einem fortlaufenden Bericht des Lebens Jesu. Hierbei werden nicht nur die Berichte der vier Evangelien ergänzend ineinander geschachtelt (z.B. die Geburtsgeschichten des Mt und des Lk), sondern auch die verschiedenen, sich in Teilen mehr oder minder widersprechenden Versionen ein- und derselben Erzählung in den verschiedenen Evangelien zu einer einheitlichen Version verschmolzen. Das um 170 n. Chr. verfasste und heute verschollene Diatessaron des Tatian (von griech. διὰ τεσσάρων = „aus vieren“), auf das die zahlreichen, in den jeweiligen Landessprachen verfassten Evangelienharmonien des Mittelalters zurückgehen, besitzt charakteristische Abweichungen vom uns überlieferten Evangelientext (Textus Receptus), die auf den unterschiedlichen Texttyp des Diatessaron, das dem sogenannten "westlichen Texttyp" angehörte, zurückzuführen sind. Die Unterschiedlichkeit zweier Texttypen äußert sich in einzelnen textlichen Variationen, Auslassungen oder Ergänzungen. Die zuerst von Johann Salomo Semler (Ioh. Iac. Wetstenii Libelli ad crisin atqve interpretationem novi testamenti. Halle: Trampe 1766, 4–5) benutzte Bezeichnung „westlicher Texttyp“ ist etwas verwirrend, weil sein Ursprung eigentlich im Osten liegt. Diese Bezeichnung verdankt er der Tatsache, dass frühchristliche, im Westen wirkende Autoren des 2. und 3. Jhds. n. Chr. wie Justin (Rom) oder Marcion (Pontos), Irenäus von Lyon, Clemens von Alexandrien u.a. diesen Text verwendeten (Vgl. William L. Petersen: Tatian’s Diatessaron. Its Creation, Dissemination, Significance, and History in Scholarship. Leiden: Brill 1994, 11; 142). Zwar stammt der älteste Zeuge für den "westlichen Text", der Codex Bezae Cantabrigiensis (D), erst aus dem 5. Jhd. n. Chr.; doch weist der berühmte Diatessaronforscher William Lawrence Petersen (✝ 2006) darauf hin, dass die früheste Bezeugung der Evangelientexte nicht in Papyri oder Codices der kanonischen Evangelien zu finden sei, die frühestens aus dem Jahre um 200 n. Chr. stammten, sondern aus den Zitaten früher Kirchenväter, die vor 150 n. Chr. bezeugt sind (W. L. Petersen: Tatian’s Diatessaron, 12). Dass der von Kurt und Barbara Aland (den "Päpsten der Textkritik") favorisierte kürzere alexandrinische Texttyp ursprünglicher sei, lässt sich also durch den Textbefund nicht positiv belegen. Kurt und Barbara Aland versuchten, den westlichen Texttyp trotz seines hohen Alters als zeitlich und örtlich begrenztes westliches Phänomen der Kategorie IV (von V) zu degradieren und nennen ihn schlichtweg ein „Phantom“ (vgl. Kurt & Barbara Aland: Der Text des Neuen Testaments. Stuttgart: Deutsche Bibelgesellschaft 21989, 64). Dieser These steht die Tatsache einer früheren Bezeugung des "westichen Textes" bei gewissen Kirchenvätern entgegen.

Das Diatessaron ist – den Forschungen Heinrich Joseph Vogels zufolge – nicht nur ein Zeuge des "westlichen Textes", sondern der eigentliche Ursprung dieses Texttyps (vgl. W. L. Petersen: Tatians Diatessaron, 161). Die charakteristischen Unterschiede zwischen dem "westlichen" und dem kanonischen Text sind also im Diatessaron selbst begründet. Doch woher stammen diese Unterschiede? Anton Baumstark kam durch seine intensiven Forschungen auf dem Gebiet des Diatessaoron zu folgendem Schluss:

 

Jene alte Harmonie selbst war nicht nur eine solche der vier kanonischen Evangelien, sondern tatsächlich ein "διὰ πέντε" [aus Fünfen], dessen fünfte, bedeutungsmäßig vielleicht sogar erste Quelle das Hebräerevangelium gebildet hat.

(Anton Baumstark: Der Tatiantext von Lk 24,13. Oriens Christianus 36 (1939), 20)

 

Der hier von Baumstark benutzte Begriff Diapente ("aus Fünfen") wurde bereits sehr früh, nämlich im Vorwort zum lateinischen Diatessaron des Victor von Capua (6. Jhd.) geäußert.

Schon Hugo Grotius (1583–1645) vertrat die Auffassung, dass sich hinter dieser "fünften Quelle" das Hebräerevangelium verberge, da Epiphanius uns in Adversus haereses 46.1.8–9 überliefert, dass das Diatessaron auch "Evangelium nach den Hebräern" genannt wurde. Grotius schreibt:

 

Ich aber denke, dass Tatian, als er ein Evangelium aus vieren kunstvoll zusammenfügte, in den Worten des Matthäus nicht ausschließlich griechischen, sondern auch hebräischen Codices folgte, da dieses Evangelium des Tatian, das für gewöhnlich "Diatessaron" genannt wurde, bei anderen "nach den Hebräern" hieß, wie Epiphanius sagt, und weil andere dieses Evangelium nicht "Diatessaron", sondern "Diapente" nennen, wie Victor von Capua.

Puto autem Tatianum, cum ex quatuor Euangeliis unum concinnaret, secutum in Matthaei verbis non Graecos tantum sed & Hebraeous codices, unde Euangelium illud Tatian, quod vulgo vocabatur διὰ τεσσάρων, ab aliis dictum κατὰ ἑβραίους narrat Epiphanius. Atque hinc etiam factum arbitror ut istud Euangelium alii vocent non διὰ τεσσάρων, sed διὰ πέντε ut Victor Capuanus.
(Hugo Grotius: Annotationes in Libros Evangeliorum (Amsterdami 1641, 7)

 

Bereits Lonsdale und Laura Ragg wiesen in der ersten Ausgabe des italienischen Barnabasevangeliums (1907) auf dessen harmonisierte Struktur hin, zogen jedoch keine Verbindung zur diatessaronischen Tradition. Vielmehr bezeichneten sie die Harmonisierung als wenig gelungen („a poor one“) und voller Fehler in der zeitlichen Abfolge und der Geographie Palästinas (Vgl. L. & L. Ragg: The Gospel of Barnabas, XVIII–XXI).

Als Erster deutete Jan Slomp 1974 eine Beziehung zwischen dem Barnabasevangelium und dem Diatessaron des Tatian an. Neben allgemeinen strukturellen Übereinstimmungen fand Slomp auch einige übereinstimmende Abweichungen vom herkömmlichen Evangelientext zwischen der venezianischen Evangelienharmonie und dem Barnabasevangelium (vgl. Jan Slomp: Pseudo-Barnabas in the Context of Muslim Christian Apologetics, Rawalpindi, Christian Study Center, 1974, 121–126).

Im Jahre 1977 machte Luigi Cirillo in seiner Dissertation auf bemerkenswerte Parallelen zwischen der Sequenz des Barnabasevangeliums und verschiedenen sogenannten "diatessaronischen Zeugen" aufmerksam (vgl. Luigi Cirillo/Michel Frémaux: L’Évangile de Barnabé. Recherches sur la composition et l’origine. Texte et Traduction. Paris: Èditions Beauchesne 1977). "Diatessaronische Zeugen" sind z.B. die mittelalterlichen Evangelienharmonien und gewisse frühchristliche Schriftsteller und Kirchenväter, z.B. Ephraem Syrus. Cirillos These war jedoch nur eine – wenngleich bemerkenswerte – Sammlung von strukturellen Ähnlichkeiten, so dass dieser Ansatz bei anderen Forschern praktisch keine Resonanz fand. Wilhelm Schneemelcher fertigt Cirillos These daher ohne weitere Begründung mit einem einzigen Satz ab (vgl. W. Schneemelcher: Neutestamentliche Apokryphen, Band I: Evangelien. Tübingen: Mohr, 61999, 66, Fußnote 1 b).

 Erst im Jahre 2000 wurde Cirillos These von Jan Joosten (seit 2015 Regius Professor für Hebräisch an der Universität Oxford) wieder aufgegriffen. Joosten veröffentlichte einen Artikel, welcher die von Cirillo angedeutete Verbindung des Barnabasevangeliums zur diatessaronischen Tradition deutlich stärkte. Er verglich die Erzählung von der Heilung des Blindgeborenen (vgl. EvBarn 156–157; Joh 9,1–34) mit Texten, die als Zeugen für das Diatessaron des Tatian eingestuft werden, und fand acht gemeinsame Sonderlesarten gegen den kanonischen Evangelientext (Vgl. Jan Joosten: Jésus et l’aveugle-né (Jn 9,1–34) dans l’Évangile de Barnabas et dans le Diatessaron. In: RHPR 80 – N°3 (2000), 359–369). In einem weiteren Artikel desselben Jahres konkretisierte Joosten seine These dahingehend, dass der Verfasser des Barnabasevangeliums eine italienische Evangelienharmonie als Vorlage für sein Evangelium verwendet haben müsse (vgl. Jan Joosten: The Gospel of Barnabas and the Diatessaron. In: Harvard Theological Review 95 (2000), 73–96). Joosten fand fünf besondere Lesarten, die nur im Barnabasevangelium und in italienischen Evangelienharmonien zu finden sind, sonst aber in keinem auf uns gekommenen Evangelientext, womit er auf die besondere Nähe des Barnabasevangeliums zu den italienischen Evangelienharmonien hinweisen wollte.

 

Wenige Jahre später wurde eine weitere Arbeit veröffentlicht, die für einen Abschnitt des Barnabasevangeliums ein massives Vorkommen an diatessaronischen Lesarten erwiesen hat. Der Brasilianer Cláudio Vianney Malzoni (mittlerweile Professor für katholische Theologie an der Universidade Católica in der Stadt Recife im brasilianischen Staat Pernambuco) untersuchte in seiner Doktorarbeit die Erzählung von Jesu Besuch in Samaria (Joh 4, 1–42) in der altsyrischen Überlieferung. 2006 ergänzte er seine Forschungen zu diesem Abschnitt um einen Abgleich mit der Version, die uns das Barnabasevangelium überliefert. Hierbei fand Malzoni in den 39 Versen der Perikope 19 (teilweise mehrfache) Übereinstimmungen mit westlichen und östlichen diatessaronischen Zeugen.

 

Von den 19 gefundenen Lesarten stimmen

 

– sechs mit der venezianischen Harmonie und drei mit der toskanischen

   Harmonie,

 

– zehn mit der Lütticher Harmonie,

 

– neun mit der pepysianischen Harmonie, 

 

– sieben mit dem Diatessaronkommentar des Ephraem,

 

– sechs mit der persischen Harmonie,

 

– sechs mit der Vetus Syra,

 

– sechs mit der Peshitta und

 

– fünf mit der arabischen Harmonie

 

überein. Hierbei fällt auf, dass die orientalischen Zeugen in dieser Perikope dominieren. Dies veranlasste Malzoni zu dem Schluss, dass sich der dem Barnabsevangelium zugrundeliegende Diatessarontext in einem frühen Stadium des Assimilierungsprozesses mit den lokalen Evangelien befunden haben, d.h. sehr nahe am ursprünglichen Text des Diatessarons gewesen sein müsse. Diesem Assimilierungsprozess waren all diejenigen Evangelientexte ausgesetzt, die Abweichungen zum kanonischen Text enthielten, da dieser der dominierende Texttyp war und alle andersartigen Texttypen mit der Zeit immer weiter verdrängte.

 

Die Perikope von der Samaritanerin am Brunnen scheint Joostens These von einer besonderen Nähe des Barnabasevangeliums zu den italienischen Evangelienharmonien demnach nicht zu bestätigen. Denn das Barnabasevangelium teilt hier mit völlig anderen Zeugen singulär bezeugte Lesarten (mit denen es zudem die meisten Lesarten gemeinsam hat), nämlich mit der Lütticher und der pepysianischen Harmonie im Westen und der persischen Harmonie und Ephraem Syrus im Osten. Die Gemeinsamkeiten mit den italienischen Harmonien sind hingegen immer mindestens in einem weiteren Text, meistens aber vielfach in anderen Texten bezeugt (siehe rote Felder):

 

Hier drängt sich folgende Frage auf: Wenn das italienische Diatessaron, aus dem der Autor des Barnabasevangeliums geschöpft haben soll, mit den venezianischen und toskanischen Harmonien nahe verwandt ist, warum unterscheidet es sich dann in so vielen anderen Lesarten von diesen? Schon in seinem Artikel von 2000, also vor Malzonis Entdeckung, ist Joosten diese Tatsache bewusst gewesen. Die Bezeugung von zahlreichen Lesarten

 

does not militate against the hypothesis that the Gospel of Barnabas depends on a Diatessaron of the Middle Italian family. As can easily be observed from a cursory glance at the apparatus of the Tuscan harmony, or from a comparison of the Tuscan with the Venetian text, the Italian texts must have been exposed to a long process of correction toward the received gospel text. Nothing stands in the way of the claim that the Gospel of Barnabas depends on an Italian text containing Diatessaronic variants which have disappeared from the existing manuscripts of the Venetian and Tuscan harmonies. Such variants might also be preserved in other western sources, leading to the said agreements. 

(vgl. Jan Joosten: The Gospel of Barnabas and the Diatessaron. In: Harvard Theological Review 95 (2000), 9)

 

Diese Annahme einer nicht überlieferten und vom Angleichungsprozess an den kanonischen Text nahezu unberührten italienischen Evangelienharmonie, der man bequem die vielen, mit orientalischen sowie okzidentalen diatessaronischen Zeugen übereinstimmenden Lesarten "unterschieben" kann,  bleibt jedoch letztlich ein argumentum ex silentio.

Malzoni attestiert dem Barnabasevangelium aufgrund des hohen Vorkommens an östlichen Zeugen  eine besondere Nähe zu jener altlateinischen Übersetzung eines altsyrischen Diatessarons (vgl. Malzoni, 600), welches Gilles Quispel als den Archetypen aller westlichen Evangelienharmonien bezeichnete (vgl. Gilles Quispel: Tatian and the Gospel of Thomas. Leiden: Brill, 1975).


Diatessaronische Lesarten im Barnabasevangelium


           IBE = Italienisches Barnabasevangelium   |   SBE = Spanisches Barnabasevangelium

 

Lk 2,4

Ἀνέβη δὲ καὶ Ἰωσὴφ ἀπὸ τῆς Γαλιλαίας ἐκ πόλεως Ναζαρὲθ

Es ging aber auch Joseph von Galiläa, aus der Stadt Nazareth

IBE (5b)

Kap. 3

Si parti adonque iosef di nazaret citta di galilea

(„So machte auch Joseph sich auf von Nazareth, einer Stadt in Galilea“)

SBE (f. 8)

Kap. 3

Partióse, pues, Joseph de Nazareth, ciudad de Galilea

(„So machte auch Joseph sich auf von Nazareth, einer Stadt in Galilea“)

sys(p)

ܐܦ ܝܘܣܦ ܡܢ ܢܨܪܬ ܡܕܝܢܬܐ ܕܓܠܝܠܐ    

(„So ging auch Joseph hinauf von Nazareth, einer Stadt in Galiläa“)

 

Mt 2,12

καὶ χρηματισθέντες κατ᾽ ὄναρ

Und als sie im Traum gewarnt wurden

IBE (8a)

Kap. 7

Dormendo loro furno da il fanciulo confortati

(„Als sie schliefen, wurden sie von dem Kinde gewarnt“)

SBE (f. 10)

Kap. 7

Ellos estando durmiendo fueron avisados por el Angel („Als sie schliefen, wurden sie von dem Engel gewarnt)

DVen

l’angelo la note in sonio disse a loro

(„Der Engel sagte zu ihnen des nachts im Traum“)

Hebr. Mt

    $almhm ~wlxb wwcyw

(„Ihnen wurde im Traum von dem Engel befohlen“)

Pepys.

Harm.

com þe angel to hem in a visioun & seide

(„kam der Engel  in einem Gesicht zu ihnen und sagte“)

Lk 2,47

ἐξίσταντο δὲ πάντες οἱ ἀκούοντες αὐτοῦ ἐπὶ τῇ συνέσει καὶ ταῖς ἀποκρίσεσιν αὐτοῦ.

Alle aber, die ihn hörten, gerieten außer sich über sein Verständnis und seine Antworten.

IBE (9a)

Kap. 9

He ogniuno si stupiua sopra le dimande e rissposte sui

(„Und jeder war erstaunt über seine Fragen und Antworten“)

SBE (f. 11)

Kap. 9

Cada uno se espantava viendo sus demandas y respuestas

(„Und jeder war erstaunt über seine Fragen und Antworten“)

DVen

E tutti quelli ch’erano nel templo si maravegiavano de le so domandagioni et respnsioni

(„und alle, die im Tempel waren, waren erstaunt über seine Fragen und Antworten“)

Mt 6,24

Lk 16,13

Οὐδεὶς δύναται δυσὶ κυρίοις δουλεύειν

Niemand kann zwei Herren dienen

IBE (14b)

Kap. 16

Non si polle amoddo ueruno seruire dui signorj inimici luno de lo altro

(„Keiner kann in irgendeiner Weise zwei Herren dienen, die einander Feinde sind“)

SBE (f.17/18)

Kap. 16

No se puede servir bien a dos señores siendo enemigo el uno del otro

(„Keiner kann in irgendeiner Weise zwei Herren dienen, die einander Feinde sind“)

DVen

Nessuno è che posse servire a duo signori che sieno contrarij intro si

(„Niemand kann zwei Herren dienen, die einander gegensätzlich sind“)

Mt 15,2

Mk 7,5

die Überlieferung der Ältesten

IBE (32b)

Kap. 32

Le traditioni de nosstri uechij

(„die Überlieferung unserer Ältesten“)

SBE (f. 38)

Kap. 32

Los preceptos de nuestros viejos

(„die Gebote unserer Ältesten“)

DLiège

De ghebode onser vordren

(„die Gebote unserer Ältesten“)

 

Mt 17,7

Er rührte sie an und sprach: Stehet auf und fürchtet euch nicht.

IBE (45a)

Kap. 42

Leuo li suoi disscepoli decendo non temete

(„Er richtete seine Jünger auf und sagte: Fürchtet euch nicht“)

SBE (f. 52)

Kap. 42

Levantólos diziendo: „No temáis“

(„Er richtete sie auf und sagte: fürchtet euch nicht“)

syc

ܐܩܝܡ ܐܢܘܢ ܘܐܡܪ ܠܗܘܢ ܠܐ ܬܕܚܠܘܢ

(„Er richtete sie auf und sagte: Fürchtet euch nicht“)

 

Mt 21,34

Lk 20,10

Als aber die Zeit der Früchte nahte

(VUL tempus fructuum)

IBE (48b)

Kap. 46

Uenuto il tempo di racholgere il uino

(„Als die Zeit kam, den Wein zu sammeln“)

SBE (f. 56)

Kap. 46

Venido il tiempo de recoger el vino

(„Als die Zeit kam, den Wein zu sammeln“)

DTos

Approssimandosi il tempo di ricogliere i frutti

(„Als die Zeit nahe kam, die Früchte zu sammeln“)

DLiège

Alse de tyt naekde dat men din wyn soude lesen

(„Als die Zeit nahte, den Wein zu sammeln“)

Heb. Mt.

   hawbth @w~a t[l

(„zur Zeit des Sammelns der Früchte“)

Lk 11,15

Mt 12,24

Durch Beelzebub … treibt er die Dämonen aus.

IBE (71b)

Kap. 69

In uertu di belzebu … scazia le demonij

(„Mit der Kraft des Belzebub...treibt er die Dämonen aus“)

SBE (f. 77)

Kap. 69

En virtud de Bercebú...saca los demonios

(„Mit der Kraft des Belzebub...treibt er die Dämonen aus“)

DTosc

Egli caccia li demoni in virtù de Belzebub

(„er treibt die Dämonen aus mit der Kraft des Belzebub“)

Mt 13,28

ἐχθρὸς ἄνθρωπος τοῦτο ἐποίησεν.

Ein feindseliger Mensch hat dies getan

(VUL inimicus homo)

IBE (142a)

Kap. 132

Il nemicho del homo uene he semino lo holgio

(„Der Feind des Menschen kam und säte Unkraut“)

DVen

Lo nimico de l’homo à fato ciò

(„Der Feind des Menschen hat das getan“)

DToscSR

Il nemico dell’uomo fece questo

(„Der Feind des Menschen hat das getan“)

Mt 13,28

Willst du denn, dass wir hingehen und es (das Unkraut) zusammenlesen?

IBE (142b)

Kap. 132

Ti piaze che noi andiamo ha chauare lo hoglio fuori del grano.

(„Willst du, dass wir hingehen und das Unkraut zwischen dem Weizen herausziehen?“)

DVen

Voi tu, messer, che nui andiamo et chavaimo fuora questa herba ria

(„Willst du, Meister, dass wir diese schlechter Kräuter herausreißen?“)

DLiège

Weltu dat wi gaen eñ trekken vt die nacht crokkê mett’ wortelen

(„Willst du, dass wir die nächtlichen Unkräuter mit der Wurzel ausreißen?“)

Lk 15,13

er vergeudete er sein Vermögen, indem er ausschweifend lebte

IBE (156a)

Kap. 146

Sconssumo tutta la faculta sua chon meretrice uiuendo lussuriosamente

(„er verschwendete seine Habe mit Huren und lebte luxuriös“). SBE: hiat

DLiège

So yaegde hi ouer syn deel goeds in ouertolligheden eñ met quaden wiuen

(„er veschwendete seinen Anteil an dem Vermögen in Luxus und mit schlechten Frauen“)

Lk 15,22

Bringet das beste Kleid her

IBE (161a)

Kap. 146

Portate quiui uestimenti noue

(„bringt neue Kleider her“)

DLiège

Ghaet vollec en haelt hem niwe cleet

(„Geht schnell und holt ihm ein neues Kleid“)

Joh 9,2

ῥαββί, τίς ἥμαρτεν, οὗτος ἢ οἱ γονεῖς αὐτοῦ, ἵνα τυφλὸς γεννηθῇ;

Rabbi, wer hat gesündigt, dieser oder seine Eltern...?

IBE (172a)

Kap. 156

Maestro chi pecho in chostui il padre ouero la madre

(„Meister, wer versündigte sich gegen diesen, sein Vater oder seine Mutter?)

DVen

Maestro, chi peccò en costui … peccò ello, o lo pare so, o lla mare soa

(„Meister, wer versündigte sich gegen diesen … sündigte er oder sein Vater oder seine Mutter?)

Lk 15,18.21

ich habe gesündigt gegen den Himmel und vor dir

IBE

Io ho pechato en ciello chontra di te

(„ich habe im Himmel gegen dich gesündigt“)

DVen

Io ho peccato en zielo ennanzi à te

(„Ich habe im [oder gegen den] Himmel vor dir gesündigt“)

DPers

O padre, peccai in cielo davanti a te

(„O Vater, ich habe im Himmel gegen dich gesündigt“)